Prolog”Der endgültig entfesselte Prometheus,dem die Wissenschaft nie gekannte Kräfte und die Wirtschaft den rastlosen Antrieb gibt, ruft nach einer Ethik, die durch freiwillige Zügel seine Macht davor zurückhält, dem Menschen zum Unheil zu werden. Dass die Verheißung der modernen Technik in Drohung umgeschlagen ist, oder diese sich mit jener unlösbar verbunden hat, bildet die Ausgangsthese .....(und) geht über die Feststellung physischer Bedrohung hinaus. Die dem Menschenglück zugedachte Unterwerfung der Natur hat im Übermaß ihres Erfolges, der sich nun auch auf die Natur des Menschen selbst erstreckt, zur größten Herausforderung geführt, die je dem menschlichen Sein aus eigenem Tun erwachsen ist. Alles daran ist neuartig, dem Bisherigen unähnlich, der Art wie der Größenordnung nach. Was der Mensch heute tun kann und dann, in der unwiderstehlichen Ausübung dieses Könnens weiterhin zu tun gezwungen ist, das hat nichts seinesgleichen in vergangener Erfahrung. Auf sie war die bisherige Weisheit über rechtes Verhalten zugeschnitten. Keine überlieferte Ethik belehrt uns daher über die Normen von “Gut” und “Böse”, denen die ganz neuen Modalitäten von Macht und ihrer möglichen Schöpfungen zu unterstellen sind. Das Neuland kollektiver Praxis, das wir mit der Hochtechnologie betreten haben, ist für die ethische Theorie noch ein Niemandsland.” aus: “Das Prinzip Verantwortung” , Hans Jonas, NewYork. 1979 Sinn und Zweck des VereinsNiemandsland ist der Verein zur Förderungeiner sozial-ökologischen Lebenskultur in der Nachbarschaft in Form eines von Eigentum- und Zins befreiten Raumes für die Umsetzung der ethischen Theorie in tägliche Konsumpraxis; ein Labor für die Entwicklung verantwortlichen Verhaltens, auf kostendeckender Ebene, gemeinschaftlich mit Humor und ohne private Gewinnentnahmen. Die Umsetzung sozial-ökologischer Ethik in Alltagspraxis erfordert Bereitschaft zum Wertewandel und zur Selbstüberwindung. Diesen Weg beschreitet der Verein mit allen Mitgliedern, Förderern, und Freunden und möglichst mit der ganzen Nachbarschaft. Das Niemandsland, Oberbilk, Heerstraße 19, 1987 zu diesem Zwecke ausgesucht, wird dem Verein Schritt für Schritt zur Nutzung und Entwicklung auf kostendeckender Pachtebene überlassen. Ökologisch Für die Förderung überschaubarer Wirtschaftsräume und zum Schutz von Natur und Umwelt. Gegen Atomwirtschaft, Chemische Vergiftung, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, einseitige Globalisierung und biologische Manipulation von Mensch, Tier und Natur. Gesundheitlich Zur Förderung natürlicher Lebensweisen durch gesunde Ernährung und gute Laune. Gegen die Vergiftung von Luft, Wasser und Erde, unserer Nahrungsmittel- und Lebensgrundlage. Sozial Für Toleranz und Akzeptanz und Mitgefühl im Umgang mit den Menschen. Für die Entwicklung eines zwischenmenschlichen Geflechts im nachbarschaftlichen Zusammengang. Gegen Intoleranz und Rassismus sowie gegen die weltweite Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten. Für nachvollziehbare und verträgliche Preisgestaltung durch aktive Einbeziehung und Mitbestimmung der Konsumenten im gemeinschaftlichen Wirtschaftsprozess. Für den Ausbau regionaler Kontakte zwischen Erzeuger und Verbrauchern. Gegen Massenkonsum und damit verbundenen Qualitäts- und Preismanipulationen. Kreativ Zur Schaffung und Öffnung geistiger Freiräume in kulturellen und künstlerischen Bereichen. Für nachbarschaftsverträgliche und -fördernde Musik im Niemandsland. Für Ausstellungen, Veranstaltungen, Seminare, Vorträge und Ähnliches. Gegen die geistiger Verelendung durch weltweite Medienkonzerne.
Heerstraße 19 – 40227 Düsseldorf–Oberbilk |